
Das Jahr 2025 war für mich als Behindertenbeauftragter der Stadt Günzburg geprägt von vielen Gesprächen, Begehungen, Begegnungen und auch ganz praktischen Erfahrungen.
Immer mit einem klaren Ziel: Günzburg Schritt für Schritt barrierefreier und inklusiver zu gestalten.
Barrierefreiheit vor Ort erleben – und einfordern
Ein zentraler Schwerpunkt meiner Arbeit waren Begehungen öffentlicher Gebäude.
Besonders das Forum am Hofgarten zeigte, dass Barrierefreiheit nicht nur auf dem Papier existieren darf. Zu hohe Bedienelemente, schwere Türen, fehlende Leitsysteme oder unzureichend ausgestattete Sanitäranlagen sind reale Hindernisse.
Umso erfreulicher war die Rückmeldung bei der Bürgerversammlung im Oktober:
👉 Für das Forum wurde eine Lösung für eine voll barrierefreie Toilette gefunden, die zeitnah umgesetzt werden soll.
Das zeigt: Hinweise wirken – wenn man dranbleibt.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Barrierefreiheit ist Teamarbeit.
2025 war der Austausch mit Stadtverwaltung, dem Arbeitskreis Barrierefreiheit und vielen engagierten Einzelpersonen besonders intensiv und konstruktiv.
Ein Moment blieb dabei besonders im Gedächtnis:
Nach dem Treffen des Aktionskreises Barrierefrei im Rathaus versagte der Treppenlift – und ich musste samt Rollstuhl getragen werden.
Unangenehm? Ja.
Aber vor allem eines: ein sehr ehrliches Beispiel, warum funktionierende Barrierefreiheit unverzichtbar ist – gerade in öffentlichen Gebäuden.
Positive Entwicklungen: Jahnhalle & Schule
Bei der renovierten Jahnhalle konnten viele Anregungen umgesetzt werden:
Ein Aufzug erschließt nun alle drei Etagen, im Untergeschoss gibt es eine barrierefreie Toilette mit integrierter Dusche.
Gerade bei Bestandsgebäuden zeigt sich: Barrierefreiheit ist möglich – wenn sie ernst genommen wird.
Auch bei der Grundschule auf der Bleiche konnten trotz baulicher Einschränkungen gute Lösungen gefunden werden.
Über den Tellerrand schauen
Der Besuch des Forums Feuerwehr und Menschen mit Behinderung in Frankfurt machte deutlich, dass im Katastrophenschutz oft an Menschen gedacht wird – aber zu selten an ihre Hilfsmittel.
Hier setze ich mich weiterhin für die Idee einer barrierefreien Notunterkunft im Landkreis ein.
Auch der Blick nach außen lohnt sich:
Auf Reisen – zum Beispiel auf Mallorca – wird Barrierefreiheit oft pragmatisch gelöst. Nicht perfekt, aber funktional.
Davon können wir uns manchmal eine Scheibe abschneiden.
Barrierefreiheit im Alltag – die kleinen Dinge zählen
Nicht immer braucht es große Bauprojekte.
Oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied machen:
- ein abgesenkter Tresen
- eine Liegefläche in Umkleiden
- klare Wegeführung
- verlässliche Technik
Diese Details entscheiden darüber, ob Teilhabe möglich ist – oder eben nicht.
Landesgartenschau 2029: Von Anfang an inklusiv
Bei den ersten Besprechungen zur Landesgartenschau 2029 konnten wir gemeinsam mit dem Schwerbehindertenbeauftragten des Landkreises wichtige Impulse setzen.
Der Austausch mit allen Beteiligten war offen und konstruktiv.
Ich bin überzeugt: Wir sind auf einem sehr guten Weg, dieses Großprojekt barrierefrei zu gestalten – von Beginn an.
Mein Fazit
Barrierefreiheit ist kein Sonderthema.
Sie ist ein Maßstab für Lebensqualität – für alle Menschen.
Ich danke allen, die diesen Weg mitgehen, zuhören, nachfragen und bereit sind, Dinge zu verändern.
Und ich bleibe dran – sachlich, hartnäckig und mit Blick auf das Wesentliche:
👉 Teilhabe für alle.

